Unser Schulkonzept

Die Erarbeitung eines
innovativen Schulkonzeptes

Mit den ständig größer werdenden Defiziten der Kinder stellten wir uns die Frage, wie wir dem begegnen können, ohne dass die Kinder in eine Diagnoseförderklasse wechseln müssen. Neben allen Unterschieden fragten wir uns: Wie kann heute jedes Kind in der Klasse erfolgreich lernen, wie kann es neue Erfahrungen machen, und zwar auf seinem Niveau, aber mit den anderen zusammen. Wir hörten von dem Versuch der Universität Rostock, die mit Hilfe des RTI-Konzeptes diesen Defiziten der jüngsten Schulkinder, vorerst auf der Insel Rügen, begegnen wollen. Zahlreiche Fortbildungen und Tagungen besuchten unsere Kollegen, um sich davon ein Bild zu machen. Dabei überzeugen uns folgende Eigenschaften des Konzeptes: 

– Die Förderung setzt bei ersten validen Anzeichen einer Entwicklungsverzögerung ein, ohne eine förmliche Feststellung abzuwarten.

– Regelmäßige Lernfortschrittsmessungen gestatten eine objektive Einschätzung und ein Förderbedarf wird rechtzeitig erkannt. (Förderung auf 3 Förderstufen)

– Die zeitnahe, optimale Förderung kann der frühzeitigen Demotivation, negativen Selbstbildveränderungen und Verhaltensauffälligkeiten entgegenwirken.

– Zusätzliche Hilfe und Unterstützung erfolgt im Unterricht, in Kleingruppen oder durch Einzelfallhilfe.

Ganz sicher werden in der integrativen Klasse nicht alle Kinder zur gleichen Zeit alle Ziele erreichen. Für manche Kinder wird der Unterricht zieldifferent erfolgen. Aber auch dann wird es nicht immer gelingen, das Ziel mit diesem Kind zu erreichen. Das Bemühen aller Pädagogen kann dann auch nicht vorrangig darauf abzielen, die Unterschiede in der Lernentwicklung möglichst gering zu halten, sondern darauf, jedes Kind in seiner Entwicklung möglichst gut zu unterstützen. Mit Beginn dieses Schuljahres und mit ein wenig Hilfe des Schulamtes setzten wir unser Vorhaben um. Zunächst galt es jedoch, auch die Eltern von diesem Konzept zu überzeugen. Auf Elternabenden stellten wir es vor und klärten alle wichtigen Fragen gemeinsam. Wir sind für die Eltern regelmäßige Gesprächspartner, vermitteln Informationen, geben Orientierungshilfen, erkennen Probleme, bearbeiten Konflikte und begleiten ihre Kinder in ihrer individuellen Entwicklung. Der reguläre Unterricht wird ergänzt durch Verhaltenstraining, Denk- und Sprachtraining und für 10 Wochen in diesem Schuljahr durch einen Wing-Tsun-Kurs. Im Deutschunterricht beginnen wir mit Übungen, die die Grundlagen für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb legen, wie z.B. Koordination Motorik, Hören, Zuhören … Bei der Erarbeitung der Buchstaben vermitteln wir zusätzlich die Zeichen der Lautgebärden, was sich schon jetzt als sehr positiv herausstellt. Die Kinder arbeiten vorwiegend selbstständig; der Lehrer unterstützt die Kinder beim Lernen. Für den Mathematikunterricht nutzen wir die Hinweise der Rostocker Universität und starteten mit dem Zahlenbuch. Mit viel Anschauung und handelndem Lernen erarbeiteten wir den Zahlenraum bis 20 und den Auf- und Abbau von Mengen. Als Kernstück des Rechenunterrichtes entwickelte sich der Rechenkreis. Die Kinder übernehmen zunehmend die Verantwortung für einen störungsfreien Ablauf. Wichtige Fertigkeiten trainieren wir mit Hilfe des Blitzrechnens. Tiefgreifende Veränderungen in der Lebenswelt der Kinder und Familien erfordern immer mehr, die Grundschule zu einer kindgerechten und familienfreundlichen Schule auszubauen. Da sich im Laufe der Jahre die Interaktionsmöglichkeiten der Kinder geändert haben, ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder in ein soziales Gefüge eingebunden sind. Gerade darum sahen wir es als unsere Aufgabe an, zu handeln! Unser Ziel für die Zukunft ist ein funktionierendes Netzwerk vom Kindergarten bis zum Schulabschluss. 

Kerstin Witt ist Schulleiterin an der Grundschule Stadt Usedom

Leitsätze pädagogischer Arbeit

  1. In unserer Schule wird der Unterricht auf die Vielfalt der Schüler hin geplant und damit offener Unterricht bzw. offene Formen sinngerecht umgesetzt. Es handeln alle Pädagogen einheitlich.
  2. Wir setzen inklusive Lernpraktiken im Unterricht um.
  3. An unserer Schule werden Konflikte gewaltfrei gelöst. Die Hausordnung wird eingehalten.
  4. Alle Kinder kommen freudig und lernmotiviert zur Schule.
  5. An unserer Schule setzt sich jeder für jeden ein.
  6. Wir arbeiten gemeinsam mit den Eltern für das Wohl aller Kinder.
  7. An unserer Grundschule wird Freizeit pädagogisch sinnvoll durch die „Volle Halbtagsschule“ von den Kindern genutzt.
  8. Die Grundschule Stadt Usedom ist eine „Bewegte Schule“ und setzt diese in der täglichen Unterrichtsarbeit um.

Kompetenzraster

Pausen-& Aufsichtskonzept